Wanderausstellung "Schuld & Sühne?" - Auftaktveranstaltung

Veröffentlicht am 29.09.2016 in Veranstaltungen

Schuld und Sühne?

AK Labertal startet Wanderausstellung 2016 im Johannes- Nepomuk- Gymnasium Rohr

 Jedes Jahr beschäftigt sich die Labertaler SPD mit einem geschichtlichen Thema. Dieses Jahr präsentiert der Arbeitskreis eine Ausstellung des Staatsarchivs München, das auf 12 Ausstellungstafeln die Ermittlungen und Strafverfahren wegen Nationalsozialistischer Gewaltverbrechen zeigt. Die Wanderausstellung startet am 4. Oktober um 9.45 Uhr mit einem Fachvortrag von Dr. Christoph Bachmann, dem Leiter des Staatsarchivs München, im Prager Saal des Johannes- Nepomuk- Gymnasiums in Rohr. Die Ausstellung bleibt bis Freitag den 7. Oktober im Gymnasium Rohr und kann täglich von 8 bis 17 Uhr besichtigt werden.

 

„Die NS- Gewaltverbrechen und ihre Aufarbeitung nach dem Zweiten Weltkrieg sind das Thema des SPD- AK Labertal im Jahr 2016“, so Rainer Pasta, Sprecher des Arbeitskreises. „Ein dunkles Kapitel in unserer deutschen Geschichte und wir werden daran erinnern, damit das nie wieder passiert“. Das Staatsarchiv München stellt dem AK Labertal die Ausstellung „Schuld und Sühne?“ zur Verfolgung von NS- Gewaltverbrechen exklusiv zur Verfügung. „Die Ausstellung wurde am 6. Mai 2014 zum ersten Mal in München gezeigt und wurde für die Ausstellungsreihe im Labertal um ausgesuchte niederbayerische Fälle ergänzt“, so SPD- Ortsvorsitzender Georg Riedl, der sich über den Ausstellungsstar am Standort im Gymnasium Rohr und den Fachvortrag des Archiv- Leiters besonders freut.

Die Ausstellung des Staatsarchivs München gibt einen Einblick in die Verfahrensabläufe vor Gericht und stellt einige Prozesse vor, die aus der Masse der Strafverfahren herausragen. Ein großer Abschnitt der Ausstellung widmet sich den Verbrechen im Konzentrationslager Dachau, deren juristische Aufarbeitung ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Staatsanwaltschaft München II fiel. Die Nazis hatten das KZ Dachau zu einem Musterlager ausgebaut, das allein durch seine Existenz Schrecken unter der Bevölkerung verbreiten sollte. Regimegegner wurden dort zum Schweigen gebracht, nachweislich 31.591 Häftlinge fanden in Dachau den Tod. Diese Verbrechen beschäftigten die Staatsanwaltschaft München II bis in die 70er Jahre. Ein weiterer Abschnitt widmet sich beispielsweise NSG- Verfahren, deren Überlieferung man nicht in den Beständen eines für Oberbayern zuständigen Staatsarchivs vermuten würde. Sie betreffen den Tod von Stalins Sohn Jakob Dschugaschwili, die Ermordung von Edith Stein und dem Hitlerattentäter Georg Elser.

Die aus Niederbayern aufgenommenen Fälle betreffen Cäcilie Wühr, Josef Fritz, Ottilie Meindl und Nikolaj Sanian aus Drachselsried/Viechtach sowie Agnes Schober aus Regen und die KZ- Nebenlager Passau I (Oberiltzmühle) und Passau II. Um die regionale Komponente in die Ausstellung einzubringen hat der AK Labertal die zwölf Ausstellungstafeln des Bayerischen Staatsarchivs um zwei weitere Tafeln ergänzt: Die Standgerichtsprozesse zur Ermordung von Domprediger Johann Maier, Regensburg;  Regierungsrat Dr. Franz Seiff, Landshut ,sowie Friedrich Beutlhauser und Alois Huber, Ittling, aber auch die die fehlende gerichtliche Aufarbeitung zu den Vorkommnissen im Polenkinderlager Laberweinting und die Entnazifizierung werden darauf thematisiert.

Am Donnerstag, den 6. Oktober lädt der SPD- Ortsverein Rohr die Bevölkerung zu einer Abendveranstaltung ein, bei der die stellvertretende Sprecherin des Arbeitskreises und Mitarbeiterin im Staatsarchiv München, Karin Hagendorn, interessierte Besucher durch die Ausstellung führt.

Anschließend wandert die Ausstellung weiter nach Neustadt, Geiselhöring, Aufhausen, Rottenburg, Straubing und Pfaffenberg